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Dezember 2013

Beim Rückbau im Industriepark Troisdorf an die Umwelt denken:
Sortenreines Recycling von Altfenstern und Bodenbelägen aus PVC.

(wed) Es wird mächtig abgerissen im Industriepark Troisdorf: Dort, wo über 100 Jahre produziert wurde, und in besten Zeiten über 20.000 Menschen ihren Arbeitsplatz bei der ehemaligen Dynamit Nobel hatten, entstehen seit Monaten neue Industriebauten, soziale Einrichtungen und Wohnräume.

Gebaut wird nach neuesten Vorschriften und modernsten Erkenntnissen, aber auch der Rückbau vollzieht sich unter ökonomischen und ökologischen Kriterien. So werden beispielsweise die Alt- Baustoffe, soweit Sammelsysteme Vorschrift sind oder Sammelsysteme bestehen, getrennt gesammelt und wiederverwertet.

Aktuell steht das Gebäude 54 an der Kaiserstraße zum Abbruch. Bevor der Bagger das Mauerwerk der ehemaligen Arztabteilung der Dynamit Nobel niederreißt, werden alle recycelbaren Baustoffe aus PVC ausgebaut, getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt.

Die 125 Alt-PVC-Fenster sind eine leichte Aufgabe für die Rewindo Fenster-Recycling Service GmbH. Diese seit über zehn Jahren tätige Recycling-Initiative führender europäischer Fensterhersteller stellt über ihre Recyclingpartner Container zur Verfügung. Die ausgebauten Altfenster kommen komplett mit Glas, Metall und Gummi in die Container. Bei der VEKA Umwelttechnik GmbH, einem der Recyclingpartner der Rewindo, gelangen die so gesammelten Fenster komplett in die Recyclinganlage. Dort werden sie in einem vollautomatischen Prozess zerkleinert und nach Materialien getrennt. Das PVC-Granulat nehmen die Rewindo-Gesellschafter wieder zurück und fertigen daraus neue Fensterprofile.

Für die alten PVC-Bodenbeläge, die mindestens 40 Jahre ihren Dienst einwandfrei versahen, beginnt ihr zweiter Lebensweg sogar in Troisdorf. Die Anlage der Arbeitsgemeinschaft PVC Bodenbelag-Recycling GmbH (AgPR) steht im Industriepark. Das Verfahren ist ähnlich dem bei den Fenstern: Zerkleinern, sichten und das so gewonnene für neue Produkte bereitstellen. Bereits 1990 wurden erste Versuche zum Bodenbelagsrecycling gefahren, drei Jahre später errichtete man in Troisdorf die Anlage mit einer Kapazität von heute 4.000 bis 5.000 Tonnen pro Jahr.



Die AgPR sammelt bundesweit und in einigen europäischen Nachbarländern gebrauchte PVCBodenbeläge, die in der Recyclinganlage in Troisdorf zu einem Feinmahlgut verarbeitet werden. Der Einsatz dieses Feinmahlgutes erfolgt bei Eignung u.a. bei der Produktion neuer PVCBodenbeläge. Jährlich werden in Westeuropa über 200 Millionen Quadratmeter Bodenbeläge aus PVC im Neubau oder bei Renovierungen verlegt. Das gilt für den privaten, öffentlichen und gewerblichen Markt. PVC-Bodenbeläge sind hervorragende Produkte, die es in vielen Farben und Qualitäten gibt. Sie sind pflegeleicht, strapazierfähig, langlebig und vor allen Dingen recyclebar.

Ein Netz von Sammelstellen in Deutschland und verschiedene Logistiksysteme in Frankreich, Österreich und der Schweiz sowie Kooperationen mit Schweden und Großbritannien garantieren mittlerweile eine Annahme der PVC-Altbeläge und ihre Weiterleitung zur AgPR-Recyclinganlage.

Die 2002 gegründete Rewindo GmbH in Bonn steht für die Erfolgsbilanz in der Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Fensterprofilhersteller. Die gemeinsame Informations- und Servicezentrale für das Recycling von alten Fenstern, Rollladen und Türen aus PVC blickt auf über zehn Jahre Tätigkeit zurück. Eine Zeit, in der die Recyclingmengen von post consumer- und Produktionsabfällen jährlich gesteigert werden konnten. 2012 waren es über 20.000 Tonnen post consumer- und 78.000 Tonnen Produktionsabfälle.

„Und“, ist sich Rewindo-Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Michael Vetter sicher, „energetische Gebäudesanierungen europaweit werden auch die Mengen recyclingfähiger Altfenster aus Kunststoff weiter steigen lassen. Es gibt also noch viel zu tun für die Rewindo.“ In Troisdorf waren es jetzt „nur“ 125 Fenster. Sie alle waren über 40 Jahre gegen Wind und Wetter im Einsatz und sorgten für ein behagliches Klima, was in einer Arztabteilung besonders wichtig ist. Hergestellt wurden sie in den 70-er Jahren beim Erfinder der Kunststofffensterprofile, der damaligen Dynamit Nobel AG (DN). Unter dem Markennamen TROCAL brachte die DN 1954 das erste in Serie gefertigte Kunststofffenster auf den Markt. Hier steht also die Wiege des modernen Kunststofffensters. Auch in Sachen Umweltschutz war man bei Trocal immer an vorderster Front: 1992 wurde das TROCAL Recyclingprofil zum Produkt des Jahres ernannt.