Wählen Sie hier
Ihren Recyclingpartner

Juni 2016

Startschuss für die Aktion „Best Practice für die Umwelt“

Michael Vetter (rechts), Geschäftsführer Rewindo, gibt im Friederikenschlösschen in Bad Langensalza den Startschuss für die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ (Bildrechte Rewindo/AGPU)
Bernhard Helbing, Geschäftsführer TMP und Altpräsident des VFF, erläutert die Notwendigkeit vom ressourceneffizientem Handeln für die Kunststofffensterbranche (Bildrechte Rewindo/AGPU);
Besichtigung der Altfensterrecyclinganlage der VEKA Umwelttechnik im Anschluss: (v.l.n.r.) Rainer Taig, WERTBAU; Sven Winkler, Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften; Alexander Möhne, VEKA UT; Michael Vetter, Rewindo; Helmut Marzahn, Schüco und Beiratssprecher Rewindo;Thomas Hülsmann, AGPU (Bildrechte Rewindo/AGPU);

Bad Langensalza / Bonn (prs). - Bei energetischen Sanierungen von Wohn- und Gewerbegebäuden fallen wie auch beim Rückbau von Immobilien große Mengen an Bauabfällen an. Mit Blick auf eine umweltgerechte Entsorgung in möglichst geschlossenen Materialkreisläufen gelten Materialtrennung und werkstoffliches Recycling heute dabei als die beste Vorgehensweise. Vor diesem Hintergrund wurde die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, in den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte Bauprojekte zu ermitteln, bei denen ausgediente PVC-Baustoffe wie z. B. Fenster oder Bodenbeläge recycelt und wiederverwertet werden. Die gemeinsame Initiative der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH und der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU), beide Bonn, erfreut sich schon jetzt der Unterstützung einer Reihe von Institutionen, Verbänden und Unternehmen. In Bad Lan-gensalza fiel nun der Startschuss für die Aktion. Sie soll bis zum Herbst 2017 dauern. Aus ausgewählten „Best Practice“-Referenzprojekten entsteht im Anschluss eine Dokumentation.

Als „Unterstützer“ hinter die Initiative gestellt haben sich u. a. der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG), Dresden; der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (HDB), Berlin; der Deutsche Abbruchverband e.V., Köln; der Bauindustrieverband Sachsen / Sachsen-Anhalt e.V., Leipzig; der Verband Fenster + Fassade (VFF), Frankfurt am Main sowie die B&O Wohnungswirtschaft GmbH, Chemnitz. „Wir rechnen damit, im Laufe der kommenden Wochen und Monate den Kreis der ‚Unter-stützer‘ noch erweitern zu können“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Er sieht in der Aktion deutliche Vorteile auch für deren Mitglieder: „Durch werkstoffliches Recycling gewinnen die Unternehmen in der Öffent-lichkeit Pluspunkte für nachhaltiges Handeln. Darüber hinaus können sie Geld sparen, weil dieses System preiswerter ist als die Entsorgung in Bau-mischcontainern.“

„Die große Zustimmung zu ‚Best Practice für die Umwelt‘ zeigt uns, dass die PVC-Branche auf dem richtigen Weg ist, wenn sie damals wie heute vor-rangig auf werkstoffliches Recycling von PVC-Baustoffen setzt“, erklärte AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann. Man habe bereits in den 1990er Jahren erste Wiederverwertungssysteme für Altfenster, Türen und Rollladen sowie für Bodenbeläge, Kunststoffrohre und Dachbahnen ins Leben geru-fen. „Die Hersteller, die diese Systeme finanziell tragen, haben schon da-mals ihre Verantwortung für die ausgedienten Produkte erkannt“, so Hüls-mann. Heute sei das Recycling von PVC im Baubereich ein wichtiger Be-standteil von „VinylPlus“, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche. Hülsmann betonte darüber hinaus auch das Umweltbe-wusstsein der Abbruchunternehmen. Das Konzept des „selektiven Rück-baus“ von Gebäuden sei hierfür ein gutes Beispiel.

Dass die thüringische Kurstadt Bad Langensalza als Ort für die Auftaktver-anstaltung ausgewählt wurde, kommt nicht von ungefähr: Nur wenige Kilo-meter südlich betreibt einer der Rewindo-Recyclingpartner, die VEKA Um-welttechnik GmbH, Hörselberg-Hainich, eine der größten Altfenster-Recyclinganlagen Europas. Dort findet in mehreren Schritten der technisch hochwertige Recyclingprozess statt. Die ausdienten Bauteile werden zu-nächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird aufgeschmolzen und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist hochwertiger Sekundärrohstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclingkern, das von den Kunststoffprofilherstellern als Gesellschafter von Rewindo wieder in den Markt gebracht wird. Wie wissenschaftliche Versuche ergaben, kann dieser Prozess mindestens siebenmal wiederholt werden.

Schon heute erzielt die Branche bundesweit beachtliche Ergebnisse beim PVC-Baustoffe-Recycling. So konnte beispielsweise Rewindo zusammen mit seinen Recyclingpartnern im Jahr 2015 einen Rücklauf von über 27.000 Tonnen PVC-Sekundärrohstoff aus Altfenstern erreichen, was etwa 1,5 Mio. Fenstereinheiten entspricht. Zusätzlich werden rund 75.000 t Produktions-reste in der Fensterprofilproduktion eingesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag-Recycling (AgPR) recycelte vergangenes Jahr in ihrer An-lage in Troisdorf rund 2.500 Tonnen ausgediente Bodenbeläge. Die angelie-ferten Altbeläge werden nach Vorbehandlung in der 1991 errichteten Re-cyclinganlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses problemlos bei der Produktion neuer PVC-Fußbodenbeläge einsetzen.

Ihre „Best Practice“-Vorschläge können alle Bauherren aus der Wohnungs-wirtschaft oder dem Gewerbebau, sowie von Abbruchunternehmen, Fens-terbau- und Entsorgungsbetrieben ab sofort bei Rewindo oder AGPU ein-reichen. Neben der Abschlussdokumentation Ende 2017 sind in ausgewähl-ten Fällen aktuelle Pressetermine an den Baustellen geplant. „Auf diese Weise wird den Beteiligten auch während der Laufzeit der Aktion zu einer positiven Publicity vor Ort und in der Fachpresse verholfen“, so Vetter.