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März 2017

Partner der Abbruchbranche beim selektiven Rückbau

(Bildrechte AgPR)
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Berlin/Bonn (prs). - Das kann sich sehen lassen! Von den ca. 200 Millionen Tonnen mineralischer Abfälle einschließlich Böden, die jährlich bei Bau- und Abbruchmaßnahmen anfallen, werden etwa 90 Prozent durch Recycling im Stoffkreislauf gehalten, teilte der Deutsche Abbruchverband in einem gemeinsamen Statement mit anderen Bauverbänden mit. Doch das Prinzip des „selektiven Rückbaus“ im Sinne der Kreislaufwirtschaft reicht noch weiter: Denn bei Abbruchmaßnahmen fallen auch nicht-mineralische Baustoffe an, nicht selten Fenster, Bodenbeläge, Dachbahnen oder Rohre aus PVC. „Wir bieten uns in diesem speziellen Bereich als Partner der Abbruchbranche an. Um dies zu demonstrieren, nehmen wir seit 15 Jahren regelmäßig an der Fachtagung des Deutschen Abbruchverbandes teil“, so Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo GmbH und Mitinitiator der Aktion PVC-Recycling.

Rekordzahl von Teilnehmern und Ausstellern
Auch auf der jüngst zu Ende gegangenen 23. Internationalen Fachtagung des Verbandes mit einer Rekordzahl von 900 Teilnehmern und 115 Ausstellern zeigte die Organisation Flagge. Sie bietet bundesweite Wiederverwertungssysteme u.a. für Bodenbeläge, Dachbahnen, Fenster, Türen, Rollladen oder Kunststoffrohre. In dem Recycling-Verbund, der im Rahmen des Branchentreffs Aufklärungsarbeit leistete, haben sich mit der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) als Partner fünf Gesellschaften zu einem Gemeinschaftsprojekt für PVC-Baustoffe-Recycling zusammengeschlossen: die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR), die Organisation ROOFCOLLECT (für Dachbahnen), das Recyclingsystem des Kunststoffrohr-Verbands e.V. (KRV), das Projekt EPCOAT (für Planen) sowie die Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH als bundesweites Sammel- und Wiederver-wertungssystem für PVC-Altfenster, -türen und Rollladen.

Besonderer „Farbtupfer“
Einen besonderen „Farbtupfer“ setzte die Aktion an ihrem diesjährigen Messestand. Er wurde von Moritz Götze gestaltet, der 1964 in Halle geboren wurde und sich als zeitgenössischer deutscher Maler, Grafiker, Emaille- und Objektkünstler international, u.a. im Rahmen einer Gastprofessur an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris, einen Namen gemacht hat. Ein bekanntes Zeugnis seiner Kunst ist z.B. „Speck’s Hof“ in Leipzig, wo er im Innenhof des Messehauses über fünf Etagen hinweg keramische Mosaiken schuf. „Bei unserem Messestand ist es ihm gelungen, eine interessante Verbindung zwischen Kunst und Recycling zu schaffen, die die Blicke der Besucher auf sich zog“, so Vetter.

2.500 Tonnen PVC-Bodenbeläge recycelt
„Die Aktion PVC-Recycling versteht sich als konkreter Problemlöser für die Abbruchunternehmen, die häufig größere Mengen an ausgedienten PVC-Bauprodukten zu entsorgen haben“, erläutert AgPR-Geschäftsführer Dr. Jochen Zimmermann. Die Organisation setzt anstelle der thermischen Entsorgung in der Müllverbrennungsanlage auf das wesentlich preisgünstigere und umweltfreundlichere werkstoffliche Recycling. Die PVC-Bauabfälle werden dabei direkt an der Baustelle eingesammelt, in spezialisierten Recyclinganlagen sortenrein getrennt und – ganz im Sinne der vom Gesetzgeber geforderten Kreislaufwirtschaft – wieder zu neuen Bauprodukten verarbeitet. „In der Recyclinganlage der AgPR in Troisdorf wurden im vergangenen Jahr über 2.500 Tonnen PVC-Alt-Bodenbeläge recycelt und anschließend zum Großteil wiederverwertet“, so Zimmermann.

Strenge Qualitätskontrolle für PVC-Regranulat
Für das Recycling von PVC-Altfenstern, -türen und Rollladen im Rahmen des bundesweiten Rewindo-Recyclingsystems ist neben dem selektiven Rückbau die energetische Sanierung ein weiterer wichtiger Bereich. Das werkstoffliche Recycling erfolgt in den spezialisierten Recyclinganlagen der Rewindo-Partnerunternehmen. Dort steht am Ende des Recyclingpro-zesses ein hochwertiges PVC-Regranulat, aus dem neue PVC-Profile mit Recyclatkern gefertigt werden. Rewindo hat dafür die Produktspezifika-tionen mit seinen Gesellschaftern erarbeitet. Das Granulat unterliegt strenger Qualitätskontrolle. “Wir verzeichnen seit unserer Gründung 2002 jährlich zunehmende Mengen. In 2016 wurden knapp 30.000 Tonnen PVC-Granulat aus Altfenstern zurückgewonnen und in die Fensterprofilpro-duktion zurückgeführt“, berichtete Vetter.

„Best Practice für die Umwelt“
Das gute Beispiel soll nun noch mehr Schule machen: Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) haben Rewindo und AgPR die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ ins Leben gerufen. Dabei werden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Referenzprojekte mit werkstofflichem Recycling von PVC-Bauprodukten ermittelt und anschließend dokumentiert. Die Abbruchbranche und der Deutsche Abbruchverband seien hierbei besonders wichtige Partner, betonten die Initiatoren. „Wir hoffen auf konkrete Hinweise in den drei genannten Bundesländern.“ Nähere Informationen erhalten Sie durch den beigefügten Flyer.