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April 2017

Gutes Beispiel für die Umwelt - 13.000 Quadratmeter alte PVC-Bodenbeläge wiederverwertet

(Bildrechte AgPR)
(Bildrechte AgPR)

Leipzig (prs). - Einem Rasenmäher-Traktor gleich zieht die Maschine ihre Runden über die Bodenfläche einer großen leeren Halle im Einkaufszentrum Günthersdorf bei Leipzig. An der Vorderseite des Geräts befindet sich ein Metallteil mit scharfer Kante. Es dient dazu, den alten PVC-Bodenbelag in längeren Streifen vom Untergrund zu „schälen“. Insgesamt 13.000 Quadratmeter des ausgedienten Baumaterials werden auf diese Weise im Rahmen einer größeren Umbau- und Sanierungsmaßnahme entfernt - an sich eine routinemäßige Aktion. Doch das beauftragte Abbruchunternehmen Caruso Umweltservice GmbH aus Großpösna ging bei der Entsorgung des Altmaterials alternative Wege und hat sich anstatt für die Müllverbrennung umweltbewusst für das werkstoffliche Recycling entschieden. Auf diese Weise konnten aus dem vermeintlichen Bauabfall wieder neue PVC-Bauprodukte entstehen.

In der Regel preiswerter
„Dass dies technisch möglich und in der Regel preiswerter ist als die Verbrennung, hat sich bei den Abbruchunternehmen und ihren Auftraggebern noch nicht überall herumgesprochen“, so Dr. Jochen Zimmermann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR). Das vor über 25 Jahren gegründete Unternehmen koordiniert bundesweit die Wiederverwertung des Altmaterials und betreibt in Troisdorf bei Bonn eine eigene Recycling-Spezialanlage. Dort wurden 2016 über 2.500 Tonnen ausgediente Bodenbeläge recycelt. Zimmermann: „Auf diese Weise tragen wir zu einem geschlossenen, umweltfreundlichen Stoffkreislauf bei.“ Die in Troisdorf angelieferten PVC-Alt- Bodenbeläge werden nach Aussortierung anderer Materialien in der 1991 errichteten Anlage zu Feinmahlgut verarbeitet. Bei Eignung lässt sich dieses dann problemlos bei der Produktion neuer PVCFußbodenbeläge einsetzen“, erläutert Betriebsleiter Heinz A. Lübben. Die AgPR unterhält darüber hinaus ein bundesweites Netz von Annahmestellen.

Best Practice für die Umwelt
Das Leipziger Projekt von Caruso erfüllt die Voraussetzungen einer Teilnahme an der Aktion „Best Practice für die Umwelt“. Diese wurde 2016 zusammen mit der Rewindo Fenster-Recycling Service GmbH und der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) ins Leben gerufen. Dabei sollen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beispielhafte („Best-Practice“)-Projekte ermittelt werden, bei denen eine Entsorgung ausgedienter PVC-Bauprodukte über werkstoffliche Recycling- und Stoffkreisläufe stattfindet. Neben Bodenbelägen sind dies Fenster, Türen und Rollladen, ferner Dachbahnen und Rohre. Die Aktion richtet sich an Abbruchunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, die Öffentliche Hand sowie an Bodenleger und Fensterbaubetriebe und läuft noch bis Ende des Jahres. Im Anschluss soll eine Dokumentation der beispielhaften Referenzprojekte hergestellt werden.

Umweltverträglicher Abbruch
Recycling und Wiederverwertung von PVC-Bauprodukten, das passt nach Ansicht Zimmermanns gut zusammen mit dem Prinzip des „selektiven Rückbaus“, das sich die Abbruchbranche umweltbewusst auf die Fahnen geschrieben hat. Die Caruso Umweltservice GmbH gilt als gutes Beispiel: „Als Fachunternehmen aus dem Großraum Leipzig mit 25- jähriger Branchenerfahrung stehen wir für den fachgerechten Abbruch, Entsorgung und Sanierungsmanagement. Unser Grundsatz ist der umweltverträgliche Abbruch anstelle eines ‚Abrisses irgendwie‘“, betont Geschäftsführerin Dagmar Caruso. Das Thema „Recycling“ spielt für den Betrieb generell eine große Rolle, auch außerhalb des Bereiches PVC-Bauprodukte: „Beim Abbruch anfallende Materialien werden wirtschaftlich sinnvoll getrennt und entsprechend des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes dem Eigenkreislauf zugeführt. Der beim Abbruch entstehende Bauschutt wird bei Eignung mit mobilen Recyclinganlagen aufbereitet und vor Ort verwertet, wodurch die Kosten für den Auftraggeber verringert werden.“