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September 2017

Noch lange nicht Schluss:
Kunststofffenster aus dem Jahr 1973 recycelt

Kreuztal (dialoginar) – Ganze 44 Jahre lang hatten die Kunststofffenster am städtischen Gymnasium Kreuztal so einige Generationen von Schülerinnen und Schülern vor Wind und Wetter geschützt. Nun sind sie zwar mittlerweile im Rahmen des NRW-Förderprogramms „Gute Schule 2020“ ausgetauscht worden, doch damit ist für die knapp 70 Fensterrahmen aus Kreuztal noch lange nicht Schluss. Bauherr und das ausführende Fensterbauunternehmen Heinrich Hellweg GmbH & Co. KG aus Sundern-Allendorf zeigten Umweltbewusstsein: So wurden die ausgedienten Rahmen nicht etwa in der Müllverbrennungsanlage entsorgt, sondern recycelt und schließlich wiederverwertet. Aus den Kreuztaler Altfenstern entsteht also ein PVC-Recyclat, aus dem später wieder Recycling-Fensterprofile angefertigt und woanders wieder eingebaut werden. Ein Verfahren, das auch Hellweg-Projektleiter Stefan Nolte überzeugt hat: „Sekundärrohstoffe einem Recyclingkreislauf zuzuführen, halten wir für sehr sinnvoll und geboten. Solche Ideen unterstützen wir gerne.“

Bundesweites Recyclingsystem
Organisiert wird die Wiederverwertung alter Kunststofffenster, -rollladen und -türen in Deutschland von der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH aus Bonn, die zusammen mit ihren Recyclingpartnern einen bundesweit flächendeckenden Recyclingservice bietet. Im Falle der Kreuztaler Fenster hat das werkstoffliche Recycling die Dekura GmbH aus Höxter übernommen. Mit seinen beiden weiteren Standorten Bad Schmiedeberg und Tillmitsch in Österreich recycelt das Unternehmen alte Kunststofffenster aus ganz Deutschland und Europa. Mithilfe eines hochmodernen Recyclingprozesses entsteht in den Anlagen nach der Abtrennung von Glas, Metallen, Gummidichtungen, Bauschäumen und anderen Störstoffen schließlich ein PVC-Mahlgut, das als Ausgangsmaterial für hochwertiges, fast 100 Prozent sortenreines Granulat verwendet wird. In den neuen Fensterprofilen ist der wiedergewonnene Rohstoff, ummantelt mit PVC-Neumaterial, dann als Recyclatkern zu finden.

Jahrhunderte lange Nutzungsphase
Ein Verfahren, mit dem für die alten Kreuztaler Fenster auch nach den oft besungenen „66 Jahren“ noch sehr lange nicht Schluss sein dürfte. „PVC-Fensterprofile können ohne Qualitätsverlust mindestens siebenmal recycelt werden. Das haben uns wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Bei einer angenommenen Lebensdauer von 30 - 40 Jahren, die rein technisch kein Problem darstellt, ergäbe sich also eine Gesamtnutzungsdauer von mehreren hundert Jahren“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter.

Kontinuierlich steigende Verwertungsquoten
Seit 2002 organisiert die Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH mit ihren Recyclingpartnern deutschlandweit die Verwertung ausgedienter Kunststofffenster, -rollladen und -türen bei kontinuierlich steigenden Verwertungsquoten. So konnten 2016 mehr als 29.000 Tonnen PVC-Regranulat gewonnen werden. Dies entspricht nahezu 1,8 Millionen recycelter Altfenster. Hinzu kommen über 74.000 Tonnen Produktionsabfall. Aufgaben und Maßnahmen der Rewindo GmbH stehen im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der freiwilligen Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Branche, VinylPlus.