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Mai 2014

Das lernt man doch schon in der Schule – auch in Siegburg
Recycling lebt vom Mitmachen

(Bildrechte WED)

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(wed) Das weiß doch heute schon jedes Kind: Recycling lebt vom Mitmachen; es schont aber auch natürliche Ressourcen und schützt die Umwelt. In der ehemaligen belgischen Schule „Prince de Liège“ hätten die Schülerinnen und Schüler sicher ihre Freude zu sehen, was jetzt mit ihren ehemaligen Räumen passiert ist: Rückbau – mit viel Recycling.

Zum Beispiel die alten PVC-Fenster. Rund 150 Stück, zweiflügelig und mit Oberlichtern, wurden nicht einfach mit den Gemäuern eingerissen und in die Verbrennung gefahren.

Die mit dem selektiven Rückbau beauftragte ESKA GmbH aus Troisdorf erinnerte sich ihrer guten Erfahrungen mit der Fenster-Recycling-Initiative Rewindo GmbH. Nachdem bereits einige Wochen zuvor im Industriepark Troisdorf alte Fenster getrennt eingesammelt und dem Recycling zugeführt wurden, wollte man auch dieses Mal den ökologischen (und ökonomischen) Weg gehen.

Rewindo stellte durch seinen Recyclingpartner VEKA UT aus dem thüringischen Hörselberg-Hainich Container bereit, in die die mit dem Bagger herausgerissenen Fenster mitsamt Glas, Gummi und Beschlägen geworfen wurden.

In der Recyclinganlage werden die gesammelten Fenster, oder besser, was davon noch übrig geblieben ist, weiter zerkleinert, separiert und gemahlen – alles vollautomatisch – mit dem Ergebnis, dass PVC, Metalle, Glas und Gummi fein säuberlich getrennt auf ihre Wiederverwertung warten. Aus dem so gewonnenen PVC-Recyclat werden beispielsweise wieder neue Profile für neue Fenster hergestellt.

Die Schulgebäude wurden 1953/1954 bzw. 1959 errichtet, nachdem 1952 per Besatzungsbefehl das Grundstück beschlagnahmt wurde. Zwischenzeitlich gehörten die vier Schulblöcke einschließlich Gymnastikhalle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, von der die Stadt Siegburg die Liegenschaft im vergangenen Jahr gekauft hat.

Zwölf Jahre nach dem Abzug der belgischen Streitkräfte bekommt die belgische Schule „Prince de Liège“ an der Schillerstraße 1 also einen neuen Besitzer. Aber nur vorübergehend, denn die Stadt wird das rund 7.200 Quadratmeter große Gelände nach dem Abriss der Gebäude zu moderaten Preisen an junge Familien verkaufen, so unlängst Bürgermeister Franz Huhn.

Zwölf freistehende Einfamilienhäuser könnten hier entstehen. Nach Aussage Huhns hat die Stadt für das Gelände an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Köln 1,2 Millionen Euro gezahlt. „Wir wollen an dem Verkauf nichts verdienen, sondern nur eine schwarze Null erzielen“, so Huhn weiter. In jüngster Zeit sei vorwiegend für eine betuchtere und ältere Klientel in der Stadt gebaut worden; es sei aber auch notwendig, gerade jungen Familien in der Kreisstadt eine Wohnperspektive zu geben. Es ist sehr gut möglich, dass in die neuen Häuser, die in der schönen Wohnlage der Kreisstadt entstehen werden, ein Stück Geschichte mit eingebaut wird: Wenn sich die neuen Bauherren nämlich für Kunststofffenster mit Recyclat entscheiden, können auch von den alten Fenstern der abgerissenen Schule ...