Wählen Sie hier
Ihren Recyclingpartner

August 2014

Fast 80 Jahre altes Gebäude der ehemaligen Dynamit Nobel „verschwunden“
Fensterrecycling hinter der neuen Stadthalle Troisdorf

(Bildrechte WED)

(Bildrechte WED)

(Bildrechte WED)

(Bildrechte WED)

(wed) Das war noch einmal ein hartes Stück Arbeit. Mit dem Abriss des letzten Teilstückes des Gebäudekomplexes an der Kreuzung Mülheimer-/Kaiserstraße in Troisdorf ist der Platz und die Sicht hinter der neuen Stadthalle frei, und der Bau des neuen Parkhauses kann beginnen.

Dabei hatten sich die Verantwortlichen den Abriss des Gebäudes 50 einfacher und als schneller machbar vorgestellt. Doch, als die Bauarbeiter an der Bodenplatte des etwa 40 mal 15 Meter großen Komplexes angekommen waren, mussten sie feststellen: Darunter ist noch ein Keller. Zunächst galt es, den Ursprung und die frühere Nutzung zu klären; dann ging das schwere Arbeitsgerät erneut zu Werke und entfernte auch dieses letzte Hindernis.

Nicht so schwer und aufwändig war der ökologische und ökonomische Rückbau des dreigeschossigen Gebäudes, das 1936 in der ersten Ausbaustufe errichtet und 1958, 1966 und 1967 stetig erweitert wurde. Wie schon zuvor beim benachbarten Laborgebäude 59 wurden die wiederverwertbaren Baustoffe getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt.

Die rund 150 Doppelflügel-Kunststofffenster, deren Einbauzeitpunkt heute niemand mehr genau weiß, wurden im Rahmen des bundesweiten Systems der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH, Bonn, werkstofflich recycelt und der so gewonnene Rohstoff für die Herstellung neuer Fenster- und Bauprofile wiederverwendet. „Der Rückbau in Troisdorf bei der früheren Dynamit Nobel und heutigen profine GmbH ist ein wichtiger Baustein in unserem Sammelsystem, auch wenn die Gesamtmenge der recycelten Fenster zunächst relativ gering erscheint. Entscheidend ist, dass die Altfenster wieder als Rohstoff genutzt werden“, so deren Geschäftsführer Michael Vetter.

Das Sammeln der PVC-Altfenster aus Troisdorf, die mit Sicherheit von der Dynamit Nobel in Troisdorf hergestellt wurden, erfolgte im speziellen Container, der dann zum Recycling an die Anlage der VEKA Umwelttechnik im thüringischen Hörselberg-Hainich (bei Eisenach) transportiert wurde. Dort werden die Altfenster in einem technisch hoch entwickelten Prozess zu fast sortenreinem PVCGranulat aufbereitet. Die Bauteile werden zunächst geshreddert und damit für die weiteren Prozessschritte vorzerkleinert; Metall, Gummi und Glasreste werden anschließend sortenrein getrennt. Der verbleibende Kunststoff wird erhitzt und durch einen Schmelzefilter gepresst, um letzte Fremdpartikel aus dem Material zu entfernen. Am Ende gelangt das nahezu 100-prozentig reine PVC-Regranulat wieder an die deutschen Hersteller von Kunststofffenster-Profilen und dient dort als Ausgangsmaterial für die Produktion von Fensterprofilen mit Recyclatanteil. Diese bestehen aus einem Kern mit Recyclingmaterial und einer Ummantelung mit Neu-PVC.