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November 2014

Vortragsveranstaltung von Rewindo und Hündgen
CDU-Europaabgeordneter Axel Voss informiert sich über den aktuellen Stand des Kunststofffensterrecyclings

Gemeinsam informierte die Branche den CDU- Europaabgeordneten Axel Voss über den Stand des Kunststofffensterrecyclings, v.l.n.r.: Gerald Feigenbutz (EPPA), Christian Naumann (VEKA UT), Axel Voss (MdEP), Michael Vetter (Rewindo), Dr. Stefan Huck (profine)
Bildrechte: Rewindo/dialoginar
Michael Vetter (rechts) überreicht dem CDU-Europaabgeordneten Axel Voss (links) Anschauungsmaterial.



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Die Redner v.l.n.r.: Dr. Stefan Huck (profine), Dr. Wolfgang Paulus (ILEK), Gerald Feigenbutz (EPPA), Michael Vetter (Rewindo), Axel Voss (MdEP), Bürgermeister Eckhard Maack, Dr. Hermann Tengler (Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises), Winfried Hündgen (Hündgen Entsorgung)
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Swisttal (dialoginar) – Anlässlich einer von der Rewindo GmbH gemeinsam mit ihrem regionalen Logistikpartner Hündgen Entsorgungs GmbH & Co. KG am Sitz der Firma in Swisttal-Ollheim durchgeführten Vortragsveranstaltung am 30.10.2014 informierte sich unter anderem Axel Voss, Europaabgeordneter für die CDU in der Region Mittelrhein, vor Ort über den aktuellen Stand des Kunststofffensterrecyclings.

In einer Reihe von Vorträgen wurde von hochkarätigen Rednern die Bedeutung der Recyclingwirtschaft und des Kunststofffensterrecyclings als Impulsgeber für Wirtschaft und Umwelt von der Region bis Europa beleuchtet, wobei auch aktuelle Fragestellungen und politische Herausforderungen thematisiert wurden.

Selbst in Ollheim spüre man die Politik aus Brüssel, konstatierte direkt zu Beginn denn auch Gastgeber Winfried Hündgen in seinem einführenden Statement. Sein Unternehmen stelle sich der Aufgabe, Rohstoffe nachhaltig zu schonen und zu erhalten und helfe so, bestehende EURecyclingziele zu erfüllen.

Nach dem Grußwort von Swisttals Bürgermeister Eckhard Maack stellte Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter das bundesweit tätige Recyclingsystem für ausgediente Kunststofffenster, -rollladen und -türen vor. Seit 2002 organisiere man nunmehr mit seinen Recyclingpartnern deutschlandweit die Verwertung bei kontinuierlich steigenden Verwertungsquoten. So habe man 2013 aus ca. 1,2 Millionen Altfenstern PVC-Regranulat für die Herstellung von neuen Fenster- und Bauprofilen gewinnen können. Zudem erläuterte Vetter die Zusammenarbeit mit Hündgen als lokale Annahmestelle für Kleinstmengen von Altfenstern und Rollladen. „Es geht uns hierbei um all die Handwerksbetriebe, die kleinere Mengen nicht lagern können oder wollen. In der Benennung von lokalen Annahmestellen sehen wir eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bestehenden bundesweiten Abholsystem. Die Firma Hündgen mit ihrer großen Branchenkenntnis ist ein idealer Partner, um das Holsystem zu ergänzen. Selbstverständlich können auch größere Mengen hier erfasst werden“, so Vetter.

Um gemeinsam erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu fördern, haben sich die sechs linksrheinischen Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg als sog. „ILEK-Region“ zusammengeschlossen. Wie energetische Sanierung und Ressourcenschonung durch Recycling als Motor des Klimaschutzes im ländlichen Raum wirken kann, stellte Dr. Wolfgang Paulus, Umwelt- und Agendabeauftragter der Stadt Bornheim, vor.

Welche Impulse von Recycling und Abfallwirtschaft für die Region in wirtschaftlicher Hinsicht ausgehen, zeigte in seinem Vortrag Dr. Hermann Tengler, Leiter der Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises. Deutschlandweit sei der Produktionswert des Sekundärrohstoffsektors in den vergangenen 15 Jahren pro Jahr um durchschnittlich 14 Prozent gestiegen. „Auch hier im Rhein-Sieg-Kreis sind Recycling und Abfallwirtschaft das, was man gemeinhin einen Wachstumsmarkt nennt.“

Den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart spannte Dr. Stefan Huck, Leiter Materialentwicklung des unter anderem in Troisdorf ansässigen Profilherstellers profine GmbH. So wies er darauf hin, dass eben dort in den 80er Jahren die ersten Profile mit buntem Innenkern aus Recyclat entwickelt wurden. Mittlerweile habe die profine mit den Marken TROCAL, KBE und Kömmerling im Laufe der Jahre seine Produktstrategie auf Rezyklat-Produkte ausgerichtet.

Die aktuellen politischen Herausforderungen des Kunststofffensterrecyclings in Europa machte der Geschäftsführer der European PVC Window Profile and Related Building Products Association (EPPA), Gerald Feigenbutz, deutlich. Dabei sind vor allem die Abfallrahmenrichtlinie (WFD), die Bauproduktenverordnung und REACh von Bedeutung. So könnten beispielsweise alte Bleistabilisatoren durch das Altfensterrecycling in geringem Umfang wieder in neue Profile eingeschleust werden. Diese seien jedoch fest in der PVC-Matrix eingebunden und zudem nur im Recyclingkern des neuen Profils vorhanden. Recycling und REACh dürfe daher in dieser Hinsicht kein Widerspruch sein. Eine Ansicht, der sich auch Huck deutlich anschloss: „Stoffliche Verwertung muss klar vor die Ausschleusung von unbedenklichen Additiven gestellt werden.“

In seinem abschließenden Statement hob der CDU-Europaabgeordnete Axel Voss die Vorbildfunktion Deutschlands und Österreichs für die aktuelle europäische Recyclingpolitik hervor. Dies würden auch die Studien der Kommission unterstreichen: „Diese beispielhaften und bisher von kaum einem weiteren Land übertroffenen Zahlen haben wir Personen wie Ihnen zu verdanken. Firmen, die sich wie die Rewindo und Hündgen GmbH in Verbänden zusammenschließen und gemeinsam, natürlich auch aus eigenem Interesse, an den Herausforderungen und Fragen zum Thema Nachhaltigkeit und Recycling arbeiten. Firmen, die aber auch ihre Erfahrungen dabei austauschen und gemeinsam versuchen, die Branche in Zukunft wirtschaftlicher zu gestalten und Ressourcen effizienter zu nutzen.“