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Juni 2018

Fenstertausch in Köln-Zündorf:
Kölner Wohnungseigentümer werden zu Rohstofflieferanten für die Fensterproduktion

v.l.n.r.: Martin Hering (Biotrans), Michael Vetter (Rewindo), Martin Hardt (Sesterhenn), Heinz Hausmann, Franz Berling (quick immobilien), Richard Michel (rix2 Architekten), Johannes Sesterhenn

Köln (dialoginar). – In den letzten Zügen liegen mittlerweile die Arbeiten am Wohnkomplex Alte Apotheke/Ecke Schmittgasse im Kölner Stadtteil Zündorf. Im Rahmen einer energetischen Sanierung des Anfang der 1980er Jahre errichteten Gebäudes werden etwa 600 ausgediente PVC-Fenster gegen neue hochwärmedämmende Kunststofffenster mit modernen GEALAN-Profilen des Fensterbauers Meeth aus Wittlich ausgetauscht. Das Besondere bei diesem von der KfW geförderten Projekt ist jedoch, dass die Eigentümer der insgesamt 88 Wohnungen nicht nur von den Entwicklungen im Profilbereich profitieren, sondern am Ende sogar selbst zu Rohstofflieferanten für die Fensterproduktion werden.

Urban Mining in Köln-Zündorf
Denn die ausgedienten alten Kunststofffenster landen nicht etwa in der Müllverbrennung. Stattdessen werden die Fenster recycelt und aus ihnen wieder PVC-Rohstoff gewonnen, der problemlos bei der Produktion von neuen Fenstern erneut eingesetzt werden kann. Aus den alten Zündorfer Fenstern entstehen also wieder neue. Angestoßen wurde die Idee zur Rohstoffgewinnung vom ausführenden Montagebetrieb Sesterhenn GmbH & Co. KG aus Mülheim-Kärlich, einem Familienunternehmen, das mittlerweile auf eine 125jährige Firmentradition zurückblicken kann. Die Expertise konnte nicht nur die Wohnungsbesitzer, vertreten durch die Kölner quick immobilien Verwaltungs GmbH, überzeugen. Auch Axel Klein vom Architekturbüro rix2, zuständig für Planung und Bauleitung, zeigt sich vom Urban Mining in Köln-Zündorf angetan: „Wir kannten die Möglichkeit, Kunststofffenster zu recyceln bislang nicht. Das ist aktiver Umweltschutz und im Übrigen auch zu guten Konditionen. Ein Lösungsansatz, den wir weiterempfehlen werden.“

Bundesweiter Service
Organisiert wird die Wiederverwertung alter Kunststofffenster, -rollläden und -türen in Deutschland von der Rewindo GmbH, Fenster-Recycling-Service, mit Sitz in Bonn, die mit ihren Recyclingpartnern einen bundesweit flächendeckenden Abholservice realisiert. Zusätzlich will man auch Besitzern von kleineren Mengen Altfenstern den Zugang zum System noch einmal erleichtern: „Für all diejenigen, die kleinere Mengen Altfenster nicht lagern können oder wollen, bauen wir derzeit ein Annahmenetz für Kleinstmengen auf. Hier im Rheinland sind wir da schon gut aufgestellt. Wenn also das ein oder andere Einfamilienhaus hier in Zündorf saniert werden soll, haben wir auch dafür eine Lösung parat“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter.

Eingespielte Partner
Die alten Fenster vom aktuellen Projekt übernimmt zunächst der Rewindo-Logistikpartner Biotrans GmbH aus Schwerte. Nach dem Abtransport werden sie dort für einen möglichst effizienten Recyclingprozess vorkonfektioniert. Dabei werden nach der Entglasung, Metalle und weitere Stoffe vom Kunststoff getrennt und an Recycler für die Wiederaufbereitung weitergeben. Die weitaus größte Fraktion, das PVC-Material, wird schließlich vorgebrochen an die Recyclingexperten der VEKA Umwelttechnik GmbH in Hörselberg-Hainich geliefert, wo es in einer modernen Recyclinganlage schließlich werkstofflich recycelt wird. Es entsteht ein PVC-Mahlgut, das als Ausgangsmaterial für hochwertiges Granulat verwendet wird.

So gut wie neu
In den neuen Fensterprofilen ist der wiedergewonnene Rohstoff als Recyclatkern zu finden, der außen mit PVC-Neumaterial ummantelt wird. Alle anerkannten Vorteile des Kunststofffensters, wie Langlebigkeit, Stabilität, geringer Wartungsaufwand, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und hohe Recyclingfähigkeit, bleiben beim Recyclingprofil erhalten. In technischer und bauphysikalischer Hinsicht also genauso so gut wie neu, helfen die Recyclingprofile darüber hinaus bei der Vermeidung schädlicher Treibhausgase. So spart jede Tonne PVC-Recyclat, das in der Profilherstellung zum Einsatz kommt im Vergleich zu Primär PVC rund 1,87 Tonnen CO2. Der Einsatz der Recyclingprofile ist mittlerweile Standard und der Markt für Kunststofffenster mit Recyclatkern wächst stetig. Gut möglich also, dass der Zündorfer Rohstoff schon bald in einem neuen GEALAN-Profil wiederzufinden ist.

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